IMMOBILIEN & SACHANLAGEN

Viva Ausgabe Nr. 34

 

Herr Julio Aleida, Steuerberater, hat sich freundlicherweise bereit erklärt, für Viva Leser die wesentlichen Punkte zusammenzufassen.

 

Mit Ley 16/2012 vom 27. Dezember wurden verschiedene Steuermaßnahmen festgelegt, die als Impuls für die Wirtschaft sowie der Konsolidierung von Staatsfinanzmittel dienen. Diese neue Richtlinie sieht die Möglichkeit von Wertanpassungen für Sachanlagen und Immobilien zu bestimmten Konditionen mit einer geringen einmaligen steuerlichen Belastung vor. Die Richtlinien regeln die buchhalterischen sowie die steuerrechtlichen Aspekte.

 

• Vorteile: Erhöhung des Kapitals eines Unternehmens bzw. Behebung von negativen Rechnungsergebnissen;

Nachteile: Liquiditätserfordernis von 5 Prozent; wenig empfehlenswert für den Verkauf von Immobilien auf kurze und mittelfristige Sicht;

 

WER IST BERECHTIGT WERTANPASSUNGEN ZU MACHEN?

Steuerpflichtige der spanischen Körperschaftssteuer (Impuesto sobre Sociedades)

Einkommenssteuerpflichtige (Impuesto sobre la Renta de Personas Físicas), die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben;Steuerpflichtige der Einkommenssteuer für Nichtansässige (Impuestos sobre la Renta de no Residentes), die eine ständige Niederlassung auf spanischem Staatsgebiet haben.

 

ALLGEMEINES

Die Anpassungen sind freiwillig;

Die Anpassungen können für Sachanlagewerte sowie für Immobilien erfolgen;

Die Wertanpassung erfolgt unter Anwendung der Koeffizienten, die die Bestimmungen vorsehen. Es wird nicht auf den aktuellen Marktwert aktualisiert. Der angepasste Wert darf den Marktwert jedoch nicht überschreiten. Daher ist für spätere Prüfungen durch das Finanzamt sicherzustellen, dass der Marktwert jedes einzelnen Objekts zum Zeitpunkt der Wertanpassung in den Bilanzen nachgewiesen werden kann. (Anm.: Dies kann beispielsweise durch einen „Técnico Aparejado“ bzw. „Arquitecto“ erfolgen, der eine Schätzung „Informe“ durchführt).

 

Der Koeffizient der Wertberichtigung kann sowohl auf den historischen Wert jedes Objekts als auch auch auf die kumulierte Abschreibung angewandt werden und für jedes Geschäftsjahr einzeln aufgeführt werden.

 

Die steuerliche Belastung beträgt einmalig 5 Prozent auf den Betrag des neuen Werts (Anm.: Differenz zwischen ursprünglichen und dem neuen Wert). welche Wertanpassungen sind möglich?Angepasst werden können alle Sachanlagen und Immobilien, die in der ersten abgeschlossenen Bilanz nach dem 28. Dezember 2012 aufgelistet sind und die zu diesem Stichtag noch nicht gänzlich abgeschrieben waren. Das heißt, für Gesellschaften deren Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr übereinstimmt, sind das jene Objekte, die in der Bilanz vom 31. Dezember 2012 aufgelistet sind.

 

Die Wertanpassungen sind auf alle anpassungsfähigen Objekte anwendbar mit Ausnahme von Immobilien. Hier kann man bei jeder einzelnen Immobilie entscheiden, ob eine Wertberichtigung erfolgen soll. Das heißt, wenn ein Unternehmen sich dafür entscheidet, dann hat die Wertberichtigung der Buchwerte aller Sachanlagen, bei denen es sich nicht um Immobilien handelt, zu erfolgen. Bei Immobilien muss das Unternehmen im einzelnen entscheiden, für welche Immobilie es von Interesse ist, eine Wertanpassung durchzuführen. Darüber hinaus ist bei Immobilien zwischen Grundstückswert und Gebäudewert zu unterscheiden.

 

NEUBEWERTUNGSRÜCKLAGE

Der Betrag der Neubewertung des Buchwerts ist über ein Konto „Reserva de Revalorización de la Ley 16/2012 de 27 de diciembre“ (dt. Neubewertungsrücklage gemäß Gesetz 16/2012 vom 27. Dezember) zu führen, das Bestandteil der firmeneigenen Rücklagen ist.

 

STEUERLICHE AUSWIRKUNGEN DES WERTZUWACHSES

Der Kontostand der Neubewertungsrücklage ist nicht in die Bemessungsgrundlage der Körperschaftssteuer aufzunehmen. Im steuerlichen Sinne ist der neue Wert der Aktiva der angepasste Wert und dieser Wert ist auch der, der künftig abzuschreiben ist.Buchhalterisch wird im Geschäftsjahr 2013 damit begonnen, den neuen angepassten Wert der Objekte abzuschreiben, aber steuerlich kann man erst ab dem 1.1.2015 mit der Abschreibung beginnen und zwar während der Jahre, die noch verbleiben, um die Nutzungsdauer zu vollenden.Verluste, die es bei der Übertragung gegeben hat, oder eine Wertminderung der angepassten Objekte sind nur in Bezug auf den Teil absetzbar, der den Kontostand der Neubewertungsrücklage für dieses Objekt übersteigt.

 

STEUERLICHE BELASTUNG

Steuerpflichtige, die eine Wertanpassung gemäß dieser neuen Regelungen durchführen, haben einen einheitlichen (einmaligen) Steuersatz von 5 Prozent auf den Habensaldo der „Neubewertungsrücklage“ zu begleichen. Dieser ist zusammen mit der Körperschaftssteuer für das Steuerjahr 2012 einzuzahlen, das heißt mit Fälligkeitsdatum 25. Juli 2013.

 

Eine Einzahlung nach Ablauf dieserFrist hat die Unwirksamkeit sämtlicher Anpassungen zur Folge. Die Besteuerung von 5 Prozent vermindert  den Kontostand des Kontos „Neubewertungsrücklage“. Sie gilt nicht als Steuerbeitrag für die Körperschaftssteuer und ist auch nicht steuerlich absetzbar.

 

FRIST ZUR DURCHFÜHRUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN
Die Frist endet am 30. Juni 2013 (in Übereinstimmung mit der Frist des Jahresabschlusses 2012).
Gemäß einer kürzlich erfolgten Nachfrage beim spanischen Institut für Rechnungswesen und Rechnungsprüfung (Instituto de Contabilidad y Auditoría de Cuentas, I.C.A.C.) hat die ordentliche Generalversammlung der Gesellschafter bis zum 30. Juni 2013 zu erfolgen, die zwei Bilanzen zu genehmigen haben.
• 1. Bilanz des Jahresabschlusses zum 31.12.2012, ohne Wertanpassungen.
• 2. Bilanz des Geschäftsjahres 2013 mit Datum vor dem 30.06.2013, die die Wertanpassungen beinhaltet.

Die steuerrechtlichen Bestimmungen weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Bilanz der Anpassung des Buchwerts von der Generalversammlung der Gesellschafter zu genehmigen ist. Die Anpassungen des Buchwertes gelten rückwirkend, sowohl buchhalterisch als auch steuerlich ab dem 1.1.2013.

 

NICHTVERFÜGBARKEIT DER NEUBEWERTUNGSRÜCKLAGE

Die „Neubewertungsrücklage“ ist erst dann verfügbar, wenn sie von der Steuerverwaltung geprüft und akzeptiert wurde oder nach Ablauf von drei Jahren nach Einreichen der Steuererklärung zur Sonderbesteuerung von 5 Prozent, d. h. bis zum 25. Juli 2016 (drei Jahre nach dem 25. Juli 2013, wenn die 5 Prozent eingezahlt wurden).
Nach Ablauf der im vorigen Absatz genannten Frist kann die „Neubewertungsrücklage“ folgendermaßen genutzt werden.
a) Behebung von negativen Rechnungsergebnissen
b) Erweiterung des Stammkapitals
c) Nach Ablauf von 10 Jahren kann ab dem Datum der Bilanz zur Wertberichtigung (2013) die „Neubewertungsrücklage“ für frei verfügbare Rücklagen verwendet werden. Diese frei können nur dann unter den Gesellschaftern aufgeteilt werden, wenn die Anlagen, deren Buchwerte angepasst wurden, vollständig abgeschrieben sind, veräußert wurden oder in der Bilanz ausgebucht wurden.

 

Ein Verstoß gegen die in diesem Absatz genannte Nichtverfügbarkeit der Neubewertungsrücklage hat die Aufnahme des Kontostands der Rücklage in die Bemessungsgrundlage des Geschäftsjahres, in dem der Verstoß erfolgt ist, zu Folge ohne dass die Möglichkeit besteht, diesen Saldo mit den negativen Bemessungsgrundlagen aus vorherigen Geschäftsjahren anzugleichen.

 

INFORMATIONEN BEZÜGLICH GESCHÄFTSBERICHT
Im Geschäftsbericht aller Geschäftsjahre, in denen die Anlagen deren Buchwerte gemäß der gegenständlichen Maßnahmen angepasst wurden sind die entsprechenden Informationen zu führen.


Anm.: Aufgrund der Komplexität der neuen Regelungen kann die Anwendung  der Wertanpassungen mehr Nachteile als Vorteile haben. Jeder Unternehmer für sich sollte eine individuelle Analyse für sein Unternehmen von einem Steuerberater durchführen lassen und dies (in Anbetracht der Fristen) so schnell wie möglich.

 

WERTANPASSUNGEN

 

 

KONTAKT:

Julio Almeida

Steuerberatung- Buchhaltung

c/Tanausú 39, Local B

35120 Arguineguin

Tel.: 928 140 285

Mobil 606 653 194

email: jaserviconta@gmail.com    

 

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