Neue Richtlinie zur Rechnungslegung

Viva Ausgabe Nr. 27

 

Mit 1. Januar trat eine neue Verordnung zur Rechnungslegung in Kraft, die den Anforderungen der Europäischen Union gerecht wird (BOE Boletín Oficial del Estado) vom 1. Dezember 2012 per Königlichem Dekret 1619/2012). Elektronische Rechnungen werden jenen auf Papier gleichgestellt, um Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen und Kosten zu reduzieren. Darunter verstehen sich Rechnungen, die in einem elektronischen Format ausgestellt und empfangen wurde, ohne dass der Aussteller zur Anwendung einer bestimmten Technik verpflichtet ist. Rechnungen müssen die tatsächlichen Transaktionen wiedergeben und innerhalb einer bestimmten Frist ausgestellt werden.

 

Zusammenfassung der wichtigsten Neuerungen:

 

ARTEN DER RECHNUNGEN

a. vereinfachte Rechnung („facturas simplificadas“); Diese dürfen Unternehmen und Dienstleister ausstellen, sofern der Betrag 400 Euro (inkl. Steuer) nicht übersteigt oder, wenn es sich um Gutschriften (korrigierenden Rechnungen handelt); Diese Rechnungsart ersetzt die bisherigen „Tiques“ (Bons) und betrifft Gewerbetreibende wie folgt: Friseure und Schönheitssalons, Filmverleih, Fotoverarbeitung und Fotostudios, Parkhäuser und Autostellplätze, Personenbeförderung und Gepäcktransporte, Tintenfüllfirmen, Wäschereien, Sporteinrichtungen, Mautstraßen, Diskotheken, Tanzsäle, Gastronomie (Bars, Restaurants, Cafés) sowie die Belieferungsfirmen; Achtung: „Vereinfachte“ Rechnungen dürfen nicht ausgestellt werden, wenn der Rechnungsempfänger in der EU liegt.

 

b. vollständige bzw. ordentliche Rechnungslegung („facturas completas y ordinarias“);

 

c. keine Verpflichtung zur Rechnungslegung besteht bei bestimmten Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (z. B. Kredite, Bankeinzahlungen, Schecks, Kreditkarten, Wechsel, Devisen, etc.)

 

FORMALITÄTEN DER „VEREINFACHTEN“ RECHNUNG

Rechnungsinhalt

• Rechnungsnummer bzw. durchgehende Seriennummer bei Blöcken;

•  Datum der Ausstellung;

• Datum des Zahlungsempfangs (immer, wenn dieser sich vom Ausstellungsdatum der Rechnung unterscheidet);

• Steuername (Vor- und Zuname bzw. Firmenname);

• Steuernummer: Achtung: Auf Wunsch des Rechnungsempfängers muss der Aussteller die NIF-Nr. sowie die Adresse auf der Rechnung anführen.

• Art der in Rechnung gestellten Waren bzw. der Dienstleistungen; Information über die beinhaltete Steuer oder optional „IVA incluido“ (inkl. Steuer). Achtung: Auf Wunsch des Empfängers muss der Aussteller den angewandten Steuersatz auf der Rechnung anführen.

 

FORMALITÄTEN DER „VOLLSTÄNDIGEN“ RECHNUNG

Rechnungsinhalt

• Rechnungsnummer bzw. durchgehende Seriennummer;

• Datum der Ausstellung;

• Datum der Leistungserbringung;

• Datum des Zahlungsempfangs (immer, wenn dieser sich vom Ausstellungsdatum der Rechnung unterscheidet);

• Steuername (Vor- und Zuname bzw. Firmenname) sowohl des Ausstellers als auch des Empfängers der Rechnungen;

• Steuernummer der Steuerbehörde, auch wenn es sich um Rechnungsempfänger der Europäischen Union handelt;

• Vollständige Adresse des Rechnungsempfängers sowie des Ausstellers; Leistungsumfang (Auflistung aller Waren bzw. Dienstleistungen mit ihrem jeweiligen Einzel-Nettopreisen (ohne Steuer), allfällige Rabatte oder Nachlässe die nicht in den Einzelpositionen beinhaltet sind;

• Steuersatz bzw. einzelnen Steuersätze bei mehreren Rechnungspositionen;

 

HINWEIS: Die Bestimmungen zur Rechnungslegung nehmen ausdrücklich Bezug auf das Umsatzsteuergesetz und die Staatliche Steueragentur. Auf den Kanaren beziehen sich diese Verweise auf die allgemeine Kanarische IGIC-Steuer (Impuesto General Indirecto Canario) sowie die kanarische Steuerverwaltung (Administración Tributaria Canaria). Die Zusammenfassung wurde in Zusammenarbeit mit der Steuerberatungskanzlei Julio R. Almeida erstellt. (Kontaktdaten - siehe Anzeigenteil) Neue Richtlinie (Auskunftspflicht - Vermögen im Ausland) Im Staatsanzeiger von Spanien (BOE, Boletín Oficial del Estado) wurde am 30. Oktober 2012 das Gesetz 7/2012 vom 29. Oktober über die Änderung der Steuer- und Haushaltsgesetzte zur Intensivierung der Maßnahmen im Bereich Vorbeugung und Kampf gegen Steuerbetrug veröffentlicht. Darin wird unter anderem eine neue Auskunftspflicht hinsichtlich Vermögen und Rechte, die sich im Ausland befinden, eingeführt. Die Frist endet am 31. März 2013.

Anm. d. Red.: Aufgrund der akutellen Richtlinie zur Rechnungslegung (die  mit 1.1.2013 in Kraft getreten ist) mussten wir diesen Beitrag kurzfristig auf die nächste Ausgabe Nr. 28 (erscheint am 1. Februar 2013) verschieben, da die Frist zur Auskunftserteilung erst am 31. März endet.

 

Julija Major

 

 

STEUERTIPP Nr. 2

 

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