Curating the world artfully

museo elder

SPANNEND:
WISSENSCHAFTS- UND
TECHNIKMUSEOM ELDER
 

 

 

 

 

 

 

Multimediaraum

Fragment der Raumstation ESA

Vielleicht denken manche beim Museumsbesuch an sterile langweilige Räume, in denen man still sein muss und ja keines der Exponate berühren darf, so wie wir es normalerweise von Museen gewöhnt sind. Trotz des trocken anmutenden Namens als Wissenschafts- und Technikmuseum, lebt das Museo Elder in Las Palmas de Gran Canaria eine ganz andere Philosophie. Das Motto lautet: Berühren, probieren, fühlen und vor allem denken ist erwünscht.

 

 

Anlässlich des Jahrestages haben wir die Gelegenheit für einen Besuch genutzt. Die Vorfreude meiner Begleitung hielt sich in Grenzen.

Zugegeben, auch bei mir klingt Technik auch nicht gerade sexy und beim ersten Gedanken nicht sehr spannend, weil so kompliziert und unverständlich.

 

Wir parken also in der Parkgarage gleich unter dem Gebäude. Wer sich die teuren Parkgebühren sparen will, der kann sich im Einkaufszentrum El Muelle hinstellen, denn dort kann man ab 10.00 Uhr morgens bis zu drei Stunden gratis parken und danach vielleicht ein wenig Geld beim Shoppen ausgeben. Ist sogar ein guter Kompromiss, nach dem Motto „gehst du mit mir ins Museum gehe ich mit dir danach einkaufen“.

 

ALS PILOT EINER DC9

 

Direkt neben der Tür lockt ein Flugzeug des Typs DC9 die Besucher an. Allerdings handelt es sich dabei nur um ein Teilstück. Spektakulär ist es trotzdem, denn wenn es auch längst keinen Dienst mehr tun kann, so bietet es einen interessanten Einblick in das beengte Dasein der Piloten.

Von innen gelangt man über eine Tür zum Eingang des Flugzeugs. Nur mit Mühe kann man sich in den Pilotensitz quetschen und es wird einem beim Anblick der unzähligen Knöpfe und Hebel beinahe schwindelig. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren gebührt wohl jedem Piloten höchster Respekt. Und, obwohl wir längst keine Kinder oder Teenager mehr sind, überfällt auch uns eine euphorische Begeisterung, einmal da vorne Platz nehmen zu dürfen.

 

Zurück zum Anfang mit Pfeiffen und Zischen

 

Gleich nach dem Betreten des Foyers dringen allerlei Geräusche an unser Ohr. Es zischt, klingelt, rauscht und klopft durch eine abstrakte technische Skulptur. Eine Kugel bahnt sich ihren Weg durch die vielen Hindernisse im Inneren des Glaszylinders.

 

Luftfahrt, Düsenjet und Robocoaster

 

Das Erdgeschoss ist der Technik gewidmet und in verschiedene Bereiche unterteilt: Energie, Transport, Industrie und neue Technologien.

 

Bei den Exponaten handelt es sich um Originalteile so wie beispielsweise beim Düsenjet „Tigereye“ F5 Northroop. (Foto ganz oben). Auch hier darf man einsteigen und sich fühlen wie Tom Cruise. Natürlich dürfen dann Beweisfotos nicht fehlen, denn man will ein wenig angeben und so fotografiert man sich gegenseitig.

 

Im Multimedia-Raum kann man in die Rolle von Nachrichtensprecher schlüpfen und sich einen grünen Mantel umhängen. Alles, was grün ist, wird unsichtbar und direkt projiziert.

 

Nicht nur das „Versuchskaninchen“ sieht sich auf einem Bildschirm, sondern auch die Besucher im Ausstellungsraum, denn einige Bildschirme zeigen in Richtung Saal und sorgen so garantiert für Lachanfälle. Es sieht einfach witzig aus, wenn ein Kopf ohne Körper durch die Bildschirme schwebt.

 

Das Fragment der Raumstation ESA zeigt, wie beengt so ein Astronauten-Dasein ist und wie spartanisch, wenn wir es dezent formulieren. Man schläft festgegurtet in einer Art „Stehschlafsack“ und die sanitären Anlagen wirken alles andere als einladend. Mit Übergewicht darf man sicher nicht ins Weltall, denn das ginge mit den vorgesehenen Dimensionen der „Räumlichkeiten“ gar nicht gut aus. Motoren und Automobile veranschaulichen die Funktionsweise der jeweiligen Technik.

 

Der Star in dieser Etage ist der „Robocoaster“, der uns für nur einen Euro durch die Lüfte wirbelt.

 

   

 

 

 

Mathematik & Physik für Laien

 

Es ist eine wahre Kunst Abstraktes logisch und anschaulich zu erklären und dem versucht man in der ersten Etage gerecht zu werden. Unzählige Demonstrationsobjekte erklären jede Menge Wissenswertes. Wer in der Schule bei diesen Fächern nicht aufgepasst hat, kann hier im Schnellkurs einiges an Allgemeinwissen nachholen. Wie funktioniert das nochmal mit der Elektrizität, dem Magnetismus, den Reflektionen oder dem Schall?

 

Überall darf und soll man die Objekte anfassen, anschauen, zuhören etc. Wer sich mal nicht auskennt, dem wird von einem der aufmerksamen Führer des Museums alles erklärt. Die junge Truppe in den Sälen ist sehr hilfsbereit und freundlich. Insgesamt arbeiten 23 Personen fest im Museumsbetrieb, die Subunternehmen nicht mitgerechnet.

 

Plantarium

 

Heiß begehrt bei den Schulklassen ist das kleine Planetarium „Cúpula de las ondas“, wo den Kindern die Dimensionen des Weltraums und die Sternbilder näher gebracht werden. Hier wird auch mit Schall und Licht zur Veranschaulichung experimentiert.

 

Biologie: „Es schlüpft ein echtes Küken“

 

Natürlich ist auch der Biologie ein Bereich gewidmet, in welchem Skelette von verschiedenen Tieren, Röntgenaufnahmen und Modelle zu sehen sind, welche die menschliche Evolution darstellen.

 

Am spektakulärsten ist – zumindest für die Kinder – die Brutstation. Dort wird das Ausbrüten eines Eis anhand eines Modells veranschaulicht, das an einem echten Brutkasten angebracht ist. Drei Eier liegen dort und brüten vor sich hin. Fast täglich schlüpft eines aus, ein echtes Spektakel nicht nur für die Kleinen, wo man das Wunder Natur hautnah miterleben kann. PS: Die geschlüpften Küken werden einem Landwirt übergeben, der auch die auszubrütenden Eier regelmäßig bringt.

 

Ständig wechselnde Ausstellungen

 

Im zweiten und dritten Stock finden regelmäßige Sonderausstellungen statt. Während unseres Besuchs war diese Zone geschlossen, weil man mit den letzten Vorbereitungen für die Mitte Dezember beginnende Ausstellung „Carlos Fernández Casado, Ingeniero (1905 – 1988)“ beschäftigt war. Natürlich werden wir diese, wie gehabt, auch wieder rechtzeitig vorstellen.

 

Hinter den Kulissen läuft viel mehr. Neben dem klassischen Museumsbetrieb, finden zusätzlich zu den ständig wechselnden Sonderausstellungen Fachkonferenzen zu verschiedenen wissenschaftlichen oder biologischen Themen statt, wie z. B. der Vortrag „Aufforstung der kanarischen Unterwasserwelt“. Diese sind zumeist kostenlos und für die Öffentlichkeit zugänglich.

3D-KINO


Ein weiteres Highlight ist sicherlich das 3D-Kino, das immer wieder anspruchsvolle und sehr interessante Dokumentationen zeigt. Manche Filme werden auch auf Englisch gezeigt.

 


Fazit


Ein absolutes Muss auch für Techniklaien und ideal für alle Altersklassen. Planen sie mindestens zwei Stunden Zeit ein, damit sie alles sehen können. Etwa die Hälfte der Exponate ist, neben Spanisch, auch in Englisch ausgeschildert. Führungen für Gruppen können jederzeit gegen Voranmeldung organisiert werden (Deutsch, Englisch und Spanisch).
Wir empfehlen einen Besuch frühestens ab 13.00 Uhr, da die Schulklassen dann ihren Museumsbesuch abgeschlossen haben und sie in Ruhe die Exponate betrachten, fühlen und  verstehen können.      
            

 

 

 

Aus unserer Ausgabe Nr. 45 vom

22. November 2013

 

 

 

MUSEO ELDER

 

 

Museo Elder (Wissenschafts- und Technikmuseum)
Parque de Santa Catalina s/n
(neben C. C. El Muelle) in Las Palmas


Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag

von 10.00 bis 20.00 Uhr.
Tel.: 828 011 828.


Eintritt: 5 Euro (Senioren, Studenten und Arbeitslose 3,50 Euro, Kinder unter 6 Jahren gratis),

Kombipreis für Museumsbesuch inklusive eine 3D-Filmvorführung 8,50 Euro.

 

 

 

 

zurück zu Las Palmas

© 2013 by Julija Major - Viva Canarias

© 2018 by Viva Canarias Publicaciones S.L.