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JORDAN THINLAY im Gespräch

mit dem Tibetischen Heiler

aus Ausgabe Nr. 64

Es gibt Themen, an die wagt man sich kaum heran. Sie erscheinen einem fast zu groß, zu komplex oder zu kompliziert, um sie im Rahmen einiger weniger Sätze beschreiben zu können.

 

Ich wage es trotzdem und hatte die Ehre Jordan Thinlay, den rLung Raku Kei Grandmaster aus Tibet am 18. Oktober in meinem Büro begrüßen zu dürfen. Fast zweitausend Menschen konnte der geistig-spirituelle Heiler und Schamane helfen. Seit fast zwei Jahrzehnten besucht er zwei Mal im Jahr die Kanaren und weilt noch bis 30. Oktober auf Gran Canaria.

Jordan Thinlay

Tibetischer Heiler

BERUFUNG IN DIE WIEGE GELEGT

 

Mich interessiert, wie Jordan dazu gekommen ist. Er wurde 1956 in Tuna (Tibet) geboren, in einer Zeit der Verfolgung und des Krieges. Mit einem Jahr wurde er in ein Kloster weggegeben und als erstes tibetisches Kind floh er mit dem Dalai Lama und kam so mit vier Jahren zu Pflegeeltern in die Schweiz. Es scheint sein Schicksal gewesen zu sein. 

 

ICH SOLLTE INS KLOSTER

 

Doch Jordan war irgendwie anders. Schon seit früher Kindheit an war klar, er ist etwas Besonderes: „Niemand hat mir etwas gesagt, aber oft hatte ich das Bedürfnis den Erwachsenen zu helfen und ich wusste, dass ich das kann. Daher fragte ich ’Darf ich Ihnen die Hände auflegen’. Manchmal waren es Fremde und es hat ihnen geholfen. Das sprach sich im Laufe der Zeit herum.“

 

Einige Jahre später kam eine tibetische Delegation in die Schweiz, um Jordan zu prüfen, wie er es beschreibt: „In Tibet glauben wir an die Wiedergeburt.

 

Die Mönche begaben sich auf die Suche und glauben, in mir eine bestimmte Person gefunden zu haben. Als sie mich in der Schweiz ausfindig gemacht haben, war ich sieben Jahre alt. Nach zwei Wochen intensiver Prüfung kamen sie zu dem Entschluss, dass ich die gesuchte Person sei. Mein Weg sollte also wieder zurück in das tibetische Kloster führen, um dort zu leben. Dagegen sträubten sich allerdings meine Pflegeeltern und so war es mein Weg, in der Schweiz zu leben und nicht in einem tibetischen Kloster - Schicksal.“

 

 

AUSBILDUNG IN TIBET, INDIEN UND THAILAND

 

Jordan lebte zwar weiterhin in der westlichen Welt, entwickelte seine Fähigkeiten weiter, absolvierte allerdings seine Ausbildung in verschiedenen Klöstern in Tibet, Indien, Thailand und nicht zuletzt in der Schweiz.

 

HEILUNG DURCH HANDAUFLEGEN - rLUNG RAKU KEI

 

In unserer auf Konsum orientierten und vom Ratio dominierten Welt sind diese Themen schwer zu begreifen, so wie es hier der Fall ist. Ist Heilung durch Hände möglich? Ist das echt oder Scharlatanerie? Ich spreche Jordan offen auf dieses Thema an.

 

„Im Laufe meines Lebens habe ich schon Tausenden geholfen, also allen bis auf zwei Menschen“ erklärt er und setzt fort: „Manchmal ist eine Linderung besser, als nichts. Viele kommen zu mir, weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen. Ich bin die letzte Hoffnung“ beschreibt er seine Arbeit am Menschen.

 

Jordan setzt fort: „In den letzten Jahren haben unzählige Personen begonnen sich als Heiler zu bezeichnen und manche von ihnen, ohne eine entsprechende Ahnung oder Ausbildung zu haben. Man sollte in diesem Bereich eine Prüfung einführen. Meines Wissens gibt es in Europa diesbezüglich keine anerkannte Ausbildung.“

 

SCHULMEDIZIN ALS KONKURENZ?

 

Früher wurde in der westlichen Welt alles abgetan, was nicht der Schulmedizin entspricht und alles in einen Topf geschmissen. Im Gegensatz zur westlichen Medizin geht es bei der ganzheitlichen Behandlung bzw. einer geistig-spirituellen Heilung zusätzlich darum, die seelischen Ursachen oder Verletzungen zu finden und zu heilen.

 

Jordan erläutert: „Vor zwanzig Jahren war es undenkbar, dass man so eng mit Kliniken zusammenarbeitet, wie wir es tun. Da hat sich zum Glück in den letzten Jahren viel getan und zum Positiven verändert. So treffe ich bei den jährlichen „International Medical Holistic Kongressen“ vermehrt Ärzte der westlichen Schulmedizin. Wir arbeiten in Deutschland sehr eng mit ihnen zusammen, je nach Situation und Krankheit. Und  manchmal werde ich kontaktiert und wir arbeiten gemeinsam. Man kann nicht alles mit Operationen oder mit Medikamenten lösen, weil die Ursachen u. U. anderer Natur sind. So wie jede einzelne Zelle ihre eigene Schwingung hat, ist es auch bei den Krankheitssymptomen“.

 

WESTLICHES PROBLEM - DAS ABRECHNUNGSSYSTEM?

 

Nach Jordans Meinung birgt das westliche Abrechnungssystem im Gesundheitswesen Potenzial für die suboptimale Betreuung der Kranken. Man wird nach abgearbeiteten Terminen bzw. der Anzahl an verschriebenen Medikamenten  bezahlt und nicht nach Heilung der Patienten bzw. Lösung des Problems. In Thailand werden die Ärzte von öffentlicher Stelle gut bezahlt und daher müssen sie nicht vom Profit leben, wie es Jordan formuliert.

 

 

TIBETAN HEALTH CENTER IN BAYERN

 

Seit vielen Jahren führt Jordan mit seiner Frau Anita ein Tibetan Health Center in Bayern, wo er die Menschen betreut und behandelt. Dabei kommen verschiedene Behandlungsformen zum Einsatz, je nach Krankheit und vor allem Ursache. Migräne, Schlaflosigkeit, Nervenleiden und Nervosität, chronische Depressionen, Schizophrenie, multiple Sklerose, Herpes, Burnout Syndrom, Allergien jeder Art, Krebs, HIV im frühen Stadion, Beziehungs- und Scheidungsprobleme, Borderline u.v.m. Diesen Krankheiten stehen verschiedene Behandlungsformen gegenüber wie z. B. Hand auflegen (rLung Raku Kei), tibetische Klangschalentherapie, Kristall-Licht-Farbtherapie etc.

 

Es war ein sehr berührendes und außergewöhnliches Interview, das mich die nächsten Tage noch sehr beschäftigen wird.

 

 

Foto v. li. n. re.: Jordan Thinlay, seine Frau Anita Thinlay und der 14. Dalai Lama.

Kontakt:

Jordan Thinlay

Tibetan Health Center

Lung Raku Kei Grandmaster

CH 6614 Brissago / TI (Schweiz)

Email: casatinley@yahoo.com

Tel.: 0049 151 25 300 700

Tel.: 0041 79 235 7000