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KÜSTENBEREICH MIT TRAGANUM-STRÄUCHERN

Im Küstenabschnitt von Playa del Inglés verläuft parallel zum Ufer dieses östlichen Bereichs eine Vegetationszone mit den anspruchslosen Traganum-Sträuchern, die in salzhaltiger und auch karger Umgebung gedeihen können. An diesen bleiben die vom Wind getragenen Sandkörnchen haften und somit sind sie die erste Etappe bei der Bildung der Dünen, wie schon in unserer letzten Ausgabe ausführlich berichtet.

 

WANDERDÜNEN

Sandkorn um Sandkorn verweht der Wind die Dünen, die zwischen zwei und fünf Meter Richtung Westen wandern. Die Höchsten messen 21,4 Meter. In diesem Bereich ist kaum Vegetation zu finden bis auf wenige schnellwüchsige Pflanzenarten.

 

FESTE DÜNEN

Die Beweglichkeit der Dünen nimmt landeinwärts ab und so befinden sich in diesem am weitesten vom Meer entfernten Bereich die „festen“ Dünen, da hier durch Barrieren, wie beispielsweise der Urbanisation Playa del Inglés, die Windströmungen behindert werden. Gleichzeitig steigt hier der Anteil an organischer Materie im Boden. Hier sind einige krautartige Pflanzen und Bäume zu finden. Am häufigsten vertreten sind die Tamarisken und der Plocama-Strauch.

 

KLEINE WÄLDCHEN

Obwohl Tamarisken überall in den Dünen auftreten, fallen einige Be-reiche auf, die eine Anhäufung dieser höher wachsenden Bäume aufweisen. Möglicherweise deuten diese „Wäldchen“ auf das Vorhandensein von Grundwasser hin. Besonders für Vögel bilden diese Pflanzen einen bevorzugten Lebensraum und auch wirbellose Tiere treten hier vermehrt auf. Es gibt auch einige Palmenhaine mit der endemischen Kanarischen Dattelpalme (Phoenix Canariensis).

 

LEHMHALTIGE TERRASSE

Auf diesem kalkhaltigen und lehmhaltigen Boden liegen die Dünen.

 

 

 

 

SALZPFANNEN

Zwischen den beweglichen Dünen und dem Bereich mit der lehmhaltigen Ablagerungen bzw. der Sedimentterrasse liegen die Salzpfannen. Hier kommt die grasartige Pflanze „Cyperus laevigatus“ vor, die sich als Art Rasen so lange ausdehnt, bis eine Düne darüber „wandert“. In diesem Fall stirbt die Pflanze ab, regeneriert sich aber schnell wieder, wenn die Düne „abgewandert“ ist.

 

GRÄSER UND BINSEN
In manchen Bereichen des alten Flussdeltas sowie im Inneren des Dünensystems gibt es eine üppigere Vegetation von Binsen, Schilf oder Pfahlrohr. Dies deutet auf vorhandenes Süß- oder Brackwasser hin. Zeitweise sind diese Zonen überschwemmt. Die dichte Vegetation ist kaum zu durchdringen und daher ist dieser für das Reservat wichtig Bereich auch ein bevorzugter Nist-, Brut und Ruheplatz für Vögel.

 

URBANISATION

Kritisch für das ökologische Gleichgewicht des Naturreservats sind die angrenzenden Urbanisationen wie z. B. Anexo II im Osten bzw. die Bauten am Barranco de Maspalomas im westlichen Bereich.

KÜNSTLICHE VERÄNDERUNG
In diesen Bereichen wurde in die Geländebeschaffenheit künstlich eingegriffen wie z. B. durch die Kanalisation des Barrancos, die Ablagerungen von Bauschutt und andere baulichen Maßnahmen. Geplant ist die Renaturalisierung einiger Zonen in diesem Bereich, um ihren originären Wuchs und Zustand möglicherweise wiederherstellen zu können.


FEUCHTGEBIET LAGUNE

Am Rand der Dünenlandschaft befindet sich die Lagune „Charca de Maspalomas“. Das Feuchtgebiet wartet mit  einer üppigen Vegetation und vielfältigen Fauna auf. Neben den einheimischen Arten sind im Frühling und im Herbst auch Zugvögel zu beobachten, die hier eine Zwischenrast einlegen. Das Wasser ist eine Süßwasser/Meerwasser-Mischung.

01: Die gelbblühende auf Gran Canaria endemische Kahle Schizogyne (Schizogyne glaberrima) ist eine wichtige Nektarquelle für die Insekten.

02: Das Wüstenschilf (Phragmites australis) gedeiht in (salz)wassernahen Zonen und ist im Gebiet rund um die Lagune häufig anzutreffen.

03: Der stechende Dornlattich (Launae arborescens).

04: Der Rosa Strandflieder

(Limonium tuberculatium) starb Mitte der 60er Jahre aus.

Im Botanischen Garten Viera y Clavijo konnte diese Spezies kultiviert und inzwischen im Reservat erfolgreich wieder ausgepflanzt werden.

05 und 06: Pflanzliche Eindringlinge - die Ausmerzung
Etwa ein Dutzend eingeführte Pflanzenarten befinden sich im Reservat, die sich im Laufe der Zeit stark ausbreiteten und den Lebensraum der heimischen Pflanzen bedrohen. 2004 wurde eine Initiative zur Ausmerzung gestartet, allerdings mit wenig Erfolg, wie man sieht. Wilde Rhizinusstrauch (Ricinus communis, Foto 05) sowie der Blaugrüne Tabak (Nicotiana glauca). Weitere Eindringlinge: Elefantengras (Pennisetum setaceum) und verschiedene Feigenkaktus-Arten (Opuntia spp.).

VOGELARTEN

Turmfalke (Falco Tinnunculus, Foto 07).

Teichralle (Gallinula chloropus, Foto 08 li.), Blässhuhn (Fulica atra, Foto 08 re.).

Flamingo (Foto 09).

Flussregenpfeiffer (Charadrius dubius).

Regenbrachvogel (Nomenius phaeopus).

Sanderling (Calidris alba).

Seidenreiher (Egretta garzetta).

Stelzenläufer (Himantopus himantopus).

FISCHE

 

Über zwanzig größtenteils endemische Fischarten aus zwölf Familien wurden in der Lagune ausfindig gemacht. Nur eine Art, der Guppy (Poecilia reticulata) wurde scheinbar aus Amerika eingeführt, wohl um Mücken zu bekämpfen da er sich ausschließlich von Larven ernährt.

KANARISCHE ECHSE


Die Gran Canaria Eidechse (Lagarto bzw. Gallotia stehlini, Foto 12). Prachtvolle Exemplare sind in der grellen Mittagssonne an der archäologischen Fundstelle an der Promenade von Meloneras zu bewundern.
 

Aus unserer Ausgabe Nr. 31

vom 15. März 2013

 

DIE WÜSTE LEBT

Vielfalt der Fauna und Flora der Dünen von Maspalomas -

Teil 2

 

 

 

 

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DIE WÜSTE LEBT

Das Naturschutzgebiet der Dünen von Maspalomas -

Teil 1

die wüste lebt

VIELFALT DER FAUNA UND FLORA DER DÜNEN VON MASPALOMAS - TEIL 2

Vier Hektar umfasst das Gebiet der „Dunas de Maspalomas“, das längst zu einem Wahrzeichen von Gran Canaria geworden ist. Dass Sand nicht gleich Sand ist und welche Bedeutung die Wind- und Meeresströmungen für das Gleichgewicht dieses gefährdeten Ökosystems haben, berichteten wir Ihnen in unserer letzten Ausgabe. Wie vielseitig die Landschaft dieses geschützten „Naturreservats“ (Reserva Natural Especial de las Dunas de Maspalomas) ist, wollen wir Ihnen jetzt aufzeigen.

INFORMATIONSZENTRUM


Wer noch mehr Einblicke in die Ökosysteme der Dünen von Maspalomas sowie der Lagune haben möchte, dem empfehlen wir einen Besuch des „Centro de Interpretación de las Dunas de Maspalomas“. Dieses befindet sich am Durchgang zu den Dünen des RIU Palace (Ende der Avda. de Tirajana) in Playa del Inglés. Öffnungszeiten: Werktags in der Zeit von 8.30 bis 14.00 Uhr.

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