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castillo de mata

LAS PALMAS DE GRAN CANARIA AUS DER SERIE „BURGEN- UND BEFESTIGUNGSANLAGEN“
 

Heute machen wir uns für Sie, liebe Leser, auf, eine weitere Burg in Las Palmas zu besuchen. Dieses Mal ist es das „Castillo de Mata“, die einst dem Schutz der Hauptstadt diente. Die Befestigungsanlage befindet sich am Rande des Straßengewirrs von Las Palmas und kann ohne weiteres leicht übersehen werden, sofern man nicht weiß, wo man zu suchen hat.

 

 

Wir stellen unseren fahrbaren Untersatz beim Parkplatz vor dem Mercado de la Vegueta (dem Marktgebäude der Altstadt) ab und überqueren die viel befahrene Calle Juan de Quesada bzw. GC-110. Hier vom Teatro Peréz Galdós aus gehen wir entlang des §Barrancos“ im Schutze schattenspendender Bäume links hoch, bis wir bei der Calle de Triana angelangt sind. In diese biegen wir nun rechts ein und gehen sie bis zu ihrem Ende entlang.

 

 

Die Calle de Triana ist eine der bekanntesten und beliebtesten Einkaufsstraßen und zur gleichen Zeit eine Fußgängerzone. Nahezu alle namhaften Modemarken und Bekleidungsketten haben hier ihre Filialen eingerichtet (was vor allem bei den weiblichen Teilnehmern an unserem heutigen Ausflug offenkundige Begeisterung hervorruft und immer wieder zu unvorhergesehenen Verzögerungen führt!)

 

 

Am Ende dieser Straße biegen wir an der Calle Bravo Murillo links hoch, bis wir nach ca. 50 Metern an der Plaza Nuestra Señora del Pino ankommen und auch schon die steinernen Mauern des „Castillo de Mata“ erblicken können. Vom Parkplatz bis hierher benötigt man in etwa 20 Minuten (sofern es keinen zwischenzeitlichen Einkaufsbummel gibt).

 

 

WIE EINE „ECHTE" BURG

 

Das „Castillo de Mata“ kann leider nicht von innen besichtigt werden und so müssen wir uns mit einer Betrachtung von außen begnügen. Die Festungsanlage präsentiert sich uns nun, im Gegensatz zum „Castillo de San Cristóbal“, welches ja eigentlich nur ein Wehrturm ist (siehe VIVA 48), so, wie man sich eine richtige Burg vorstellt – mit hohen Mauern, Schießscharten und ehemals als Wachtürmen benützen Erkern.

Schade, dass diese Burg lange Zeit dem Verfall preisgegeben wurde, wodurch große Teile des Gebäudekomplexes verfielen und verloren gingen. Mittlerweile wurde das historische Gebäude allerdings renoviert und durch Anbauten aus Stein, Glas und Holz ergänzt, und trotzdem ein harmonisches Gesamtbild ergibt. Dieser moderne Teil soll in Zukunft ein Museum zur Geschichte der Stadt beherbergen.

 

ZUR GESCHICHTE DES CASTILLO DE MATA

 

Ursprünglich bestand das „Castillo de Mata“ nur aus einem Wehrturm, welcher 1579 in viereckigem Grundriss an einer Ecke der Stadtmauer errichtet. Dieser wurde im Laufe der Verteidigungskämpfe um 1599 gegen die Angriffe des holländischen Piraten Pieter van der Does stark beschädigt.

 

 

Francisco de la Rua befahl kurze Zeit danach den Wiederaufbau und die Burg in ihrer gegenwärtigen Form entstand, es blieben nur mehr Teile der ehemaligen Anlage erhalten.

1949 wurde das „Castillo de Mata“ zum kunstgeschichtlichen Denkmal und 1985 zum historischen Kulturgut erklärt. Bis 1997 befand es sich im Besitz der spanischen Armee und wurde von dieser als Unterkunft für Soldaten verwendet.

 

Der Name der Burg „de Mata“ lässt sich auf zwei Ursprünge zurückführen:

Einerseits erlitten die angreifenden Piraten starke personelle Niederlagen bei ihren vergeblichen Versuchen, die Burg zu erstürmen (span.: matar=töten, vernichten, metzeln), andererseits wurde die Burg als Kasematte (span.: casamata=Kasematte) wiedererrichtet. (Anm.: Als „Kasematte“ bezeichnet man im Festungsbau ein durch starke Mauern vor Artilleriebeschuss geschütztes unterirdisches Gewölbe.)

 

ENTSTEHUNG EINER KANARISCHEN IDENTITÄT

 

Gehen wir nun die Umfriedung der Burg entlang, so sehen wir auf einer kleinen, parkähnlichen Fläche ein etwa vier Meter hohes Denkmal aus ziegelrotem Stein. Dieses wurde durch die  Inselregierung von Gran Canaria im Dezember 1962 errichtet und soll an die tapferen Verteidigungskämpfe der Stadt gegen Ende des 16. Jahrhunderts erinnern.

 

Die Inschrift lautet:

 

Dem glorreichen Hauptmann

ALONSO DE ALVARADO

Statthalter von Gran Canaria

1595 – 1599

der an der Spitze der vom Volk geformten Miliz

aus Freiwilligen, diese Insel vor der

ausländischen Invasion verteidigte, sein Leben gebend

für die Einheit und Freiheit dieses

spanischen Gebietes.

 

 

Der Statthalter Alonso de Alvarado stand in den Kämpfen gegen die holländischen und englischen Piraten an der Spitze der Truppen und ließ bei der Verteidigung der Stadt sein Leben.

 

Das Besondere war, dass im Zuge dieser Kämpfe zum ersten Mal so etwas wie eine unabhängige, kanarische Identität unter der Bevölkerung entstand, während man sich bis dato nur als Anhängsel zum Festland verstanden hatte. Während auf der einen Seite Las Palmas schwere Zerstörungen durch die Angriffe der Piraten erlitt, fühlten sich die Canarios nach den Befreiungskämpfen als Volk  erstarkt und ihrer selbst sicherer.

 

DIE STADTMAUER

 

Stehen wir vor dem eben erwähnten Denkmal, so können wir wunderbar sehen, wie die weißgekalkten Reste der ehemaligen Stadtmauer, vom „Castillo de Mata“ ausgehend, den Hügel hinaufstreben.

An ihrem oberen Ende fand die Mauer ihren Abschluss beim mächtigen „Castillo del Rey“, während sie nach der anderen Seite hin die Calle Bravo Murillo entlang und dann weiter bis zum Meer führte. Etwa auf Höhe der Calle de Triana befand sich ein Stadttor, welches den Zugang zur damaligen „Ciudad Real de Las Palmas“ ermöglichte. Außerhalb der Stadtmauer in Richtung La Isletta gab es damals nur sandiges Areal.

 

Viel Spaß bei Ihrer Reise in die Vergangenheit.

Aus unserer Ausgabe Nr. 51 vom

14. Februar 2014

 

 

 

CASTILLO DE MATA

 

 

 

 

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