Curating the world artfully

AUFTAKT: ROSENGARTEN

 

Hinter einer mit Edelrost überzogenen Einzäunung erhebt sich das Objekt der Begierde mit seinen Steinmauern. Doch bevor wir uns dorthin begeben, können wir nicht umhin, uns in diesem kleinen Park umzusehen. In der Mitte befindet sich eine kleine Bar mit Sitzplätzen im Freien, wo Erfrischungen und die üblichen kleinen Häppchen zur Stärkung angeboten werden.

 

Sitzt man dort, so fühlt man sich in eine andere Welt entrückt. Während außerhalb des Parks das hektische Leben der Großstadt seinen Lauf nimmt und der Verkehr die Schnellstraße entlang braust, bekommt man hier von alldem kaum etwas mit. Die Vögel zwitschern, sanft wiegen sich die Palmwedel im Wind und müßig schlendern Spaziergänger auf den Wegen und zwischen den Rosenbeeten.

 

Diese verdienen eine besondere Erwähnung, sind es wohl die weitläufigsten Rosenbeete, die man auf den Kanarischen Inseln finden kann. Schmale Pfade führen zwischen den Beeten entlang und so kann man sich (wegen der Dornen lieber nicht) hautnah an Pracht und Duft der herrlichen Blumen erfreuen. Wie wir sehen können, ist dies auch ein beliebter Hintergrund bei Porträtfotos.

 

DIE ERSTE BURG IM ATLANTIK

 

Noch vor der Entdeckung Amerikas wurde dort, wo heute das „Castillo de la Luz“ steht, auf Befehl von Gouverneur Alonso de Fajardo ein Wachturm gebaut, um die kleine Ansiedlung Real de Las Palmas zu schützen.

Dieser erste Wachturm bestand aus Holz und wurde unter der Leitung von Kapitän Juan Rejón im Jahr 1478 umgesetzt. Obwohl dieser Turm dem Boden gleichgemacht wurde, sollte er – wie wir in weiterer Folge erfahren werden – mehr als 500 Jahre später für das Schicksal des „Castillo de La Luz“ noch eine gewisse Rolle spielen.

Damals waren an dieser Stelle noch unzählige Palmen und üppige Vegetation zu finden. Der Turm lag direkt am Meer, denn die Stadt erkämpfte sich erst im Laufe der Zeit weiteres Land vom Meer durch Aufschüttungen. Immer wieder war Las Palmas Ziel von Piratenangriffen und schließlich wurde die Anlage um 1520 durch einen schützenden Festungswall aus Steinen ergänzt.

Von 1548 bis 1551 wurde die Befestigungsanlage von Juan Ruíz de Miranda und Rodrígo Manrique de Acuña mit einer zusätzlichen Mauer eingefasst bzw. erweitert. Die beiden Türme wurden 1553 von Luís Serrano de Vigil ergänzt.

 

 

 

 

 

castillo de la luz

LAS PALMAS DE GRAN CANARIA AUS DER SERIE „BURGEN- UND BEFESTIGUNGSANLAGEN“
 

Dieses Mal entführen wir Sie in die wohl bekannteste und zugleich älteste Burg auf Gran Canaria und zwar das „Castillo de la Luz“ in Las Palmas, die noch vor der Entdeckung Amerikas erbaut wurde. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten kann man dieses historische Juwel seit Januar dieses Jahres wieder besichtigen - auch von innen, was wir als erstes deutschsprachiges Magazin der Kanaren für Sie auch getan haben.

Da wir unseren Ausflug auch gleich mit einem kleinen Spaziergang verbinden möchten, parken wir unser Fahrzeug am Besten im C. C. El Muelle beim Kreuzfahrthafen. Wenn man Glück hat, kann man auch gleich einen der eleganten Kreuzfahrtriesen sehen. Hier kann man, auch ohne etwas einzukaufen, bis zu drei Stunden gratis parken, was sich natürlich für Erkundungstouren in der Gegend nahezu perfekt anbietet.

Wir überqueren die vielbefahrene Straße auf die gegenüberliegende Seite in Richtung Parque Santa Catalina, wo die Festbühne für den Karneval aufgebaut wurde. Wir folgen dem Straßenverlauf rechts in Richtung Puerto del Mercado, der sich mit seinem Jugendstilcharme und seinem gastronomisch vielfältigen Angebot für eine erste kleine Pause geradezu anbietet und von uns gerne in Anspruch genommen wird. Vom Marktgebäude zweigen wir scharf nach rechts ab und schlendern etwa fünf Minuten lang, bis wir an einem kleinen Park angelangt sind.

 


 

SENSATION:

DIE ENTDECKUNG DES "TORREÓN

 

Das „Castillo de La Luz“ wurde 2001 für eine Generalsanierung geschlossen. Geradezu spektakulär war die Entdeckung des originären Turms „Torreón“ aus dem Jahr 1478, der für eine jahrelangen Baustopp sorgte und sogar den Konkurs der mit den Umbauten beauftragten Baufirma verursachte.

Es erscheint nachvollziehbar, dass die Archäologen diese einzigartige Bastion historisch maritimer Verteidigung genau untersuchen wollte.

FÜHRUNGEN CASTILLO DE LA LUZ

Update vom 21. November 2014

Anmeldungen telefonisch unter der Rufnummer: 928 446 602 und Email: carmenmontesdeoca@

promocionlaspalmas.com

FÜHRUNGEN:

• Dienstags: 16.00 und 17.00 Uhr.

• Donnerstags und sonntags: 

  11.00 und 12.00 Uhr. 

Anm.: Die Führung dauert etwa 45 Minuten und ist kostenlos, allerdings nur auf spanisch.

WIEDERERÖFFNUNG FÜR BESUCHER

 

Als es endlich wieder flott weiterging, machten zwei Vorfälle von Vandalismus im Jahr 2011 einen Teil der bereits geleisteten Arbeiten zunichte. Die verursachten Schäden wurden dabei auf etwa 600.000 Euro beziffert.

 

Nach umfassenden und gelungenen Renovierungsarbeiten kann man dieses historische Juwel seit Januar 2014 im Rahmen einer geführten Tour besichtigen bzw. sogar betreten.


Aufgrund der steigenden Beliebtheit der etwa 45-minütigen Führungen, hat die Stadtverwaltung von Las Palmas nun die Besuchszeiten ausgeweitet. Auf Schautafeln ist die Geschichte des Gebäudes dargestellt und der Führer gibt zusätzlich architektonische Hintergrundinformationen.

 

ALT TRIFFT NEU: MINIMALISMUS PUR

             

Die Architekten bemühten sich die originäre Struktur des Castillo de La Luz in den Vordergrund zu rücken und befreiten das Areal rundum von unnötigem Ballast. Das Gebäude strahlt eine stoische Ruhe aus und moderne Elemente wurden mit puristischem Reiz integriert und kennzeichnen auf dezente Weise „Das hier ist neu“.

 

Es gibt keinen unnötigen Schnickschnack. Mit eleganter Zurückhaltung wirken die Materialien durch ihre Beschaffenheit - Minimalismus pur. Keine aufgesetzten Farben oder künstlichen Materialien. Moderne Lichtspots wurden in klaren Linien im Boden eingelassen und sorgen für eine besondere Atmosphäre, wo das historische Mauerwerk perfekt in Szene gesetzt wird. Hier sieht man den ursprünglichen „Torreón“ sowie die späteren An- und Zubauten.

 

Schmale Stufen führen rund um die Hallen und hoch in den ersten Stock. Immer wieder, sofern möglich und vorhanden, werden Einblicke in die originäre Bausubstanz freigegeben und das durchaus auch auf spektakuläre Weise. Es kostete mich sehr viel Überwindung auf einem Glasboden über eine Mauer zu gehen, der den Blick in die Tiefe freigab.

 

Ein letzter Treppenaufgang „führt ins Licht“ bzw. auf das Dach des Gebäudes, von wo aus man einen Rundblick auf den Hafen und die Stadt hat und so zwischen den uralten Steinen der Zinnen einen kontrastreichen Blick auf den Hafen und die Stadt hat.

 

 

 

AUSSTELLUNGEN UND FÜHRUNGEN

 

In den Ausstellungsräumlichkeiten werden feste und wechselnde Expositionen abgehalten. Da dort auch der Sitz der „Martín Chirino-Stiftung ist, werden Besucher Wissenswertes zu Leben und Schaffen des im Jahr 1925 in Las Palmas geborenen Bildhauers erfahren. Seine oftmals abstrakten Skulpturen sind vielerorts in der Stadt zu sehen wie z. B. die „Lady Harimaguada“ am Kreisel der Abfahrt Juan Carlos XXIII. Das Objekt soll an eine Meereswoge erinnern. Ab Juni sollen Führungen für Touristen in mehreren Sprachen angeboten werden. Auf dem Burggelände hat man darüber hinaus mit dem Bau einer Karavelle im Originalmaßstab (Segelschiffstyp des späten Mittelalters) begonnen, die man ebenso besichtigen können wird. Wieder um einige schöne Eindrücke und Erfahrungen bereichert, machen wir uns schließlich auf den Rückweg.

 

 

 

 

 

Aus unserer Ausgabe Nr. 51 vom

14. Februar 2014

 

 

 

CASTILLO DE LA LUZ

 

Anmeldungen telefonisch unter der Rufnummer: 928 446 602 und Email: carmenmontesdeoca@
promocionlaspalmas.com

FÜHRUNGEN:
• Dienstags:

   16.00 und 17.00 Uhr.
• Donnerstags und sonntags:
   11.00 und 12.00 Uhr.

Die Führung dauert etwa 45 Minuten und ist kostenlos, allerdings nur auf spanisch.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

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