Curating the world artfully

Mit diesem Wissen ausgestattet, haben wir auch gleichzeitig die entsprechende Kleidung mit, um – besonders in den Wintermonaten von November bis März – bei unserer Besichtigung nicht frieren zu müssen. Agüimes liegt nämlich bereits in der Klimazone, die als „medianías“ bezeichnet wird, also „mittlere Höhenlage“.

 

Das Klima hier zeichnet sich durch heißere Temperaturen im Sommer und empfindlich kühlere im Winter aus. Man mag es nicht für möglich halten, wenn man gerade vom Süden der Insel anreist, wo kurze Hosen und T-Shirts ausreichen, aber wir waren wirklich froh, warme Jacken dabei zu haben.

 

HISTORISCHES FÜR DEN ANFANG

 

Das Gebiet der heutigen Stadt wurde wegen des vorhandenen Wasserreichtums bereits von den Guanchen als Ackerland und zu Wohnzwecken genutzt. Bei Bedarf, konnte in den Höhlen des nahe gelegenen Barranco de Guayadeque Zuflucht gefunden werden.

Nach der Eroberung durch die Spanier, wurde die Stadt Agüimes ca. 1491 gegründet und von den katholischen Königen unter bischöfliche Herrschaft gestellt. Diese Oberhoheit der Bischöfe bestand bis 1837.

 

 

Ausgezeichnete Informationen über Siedlungstätigkeit und Lebensweise der Altkanarier können Interessierte im „Centro de Interpretación“ vorfinden, welches auf der linken Straßenseite bei der Einfahrt in den Barranco de Guayadeque errichtet wurde.

 

 

Dieses Informationszentrum ist in einem Gebäude untergebracht, für dessen Hauptteil eine Höhle in die Bergwand gegraben wurde. Hier wird die historische Entwicklung dokumentiert, von der Entstehung der Schlucht durch Vulkantätigkeit und Erosion durch Wasser, über die Besiedlung durch die Guanchen, bis zur gegenwärtigen Situation. Von den zahlreichen Mumien, die in den Höhlen gefunden wurden, ist eine davon im Informationszentrum ausgestellt. Alle anderen befinden sich im „Museo Canario“ in Las Palmas.

 

ZAUBERHAFTE ALTSTADT VON AGÜIMES

 

 

 

Bei der Einfahrt in das Städtchen folgen wir den Hinweisschildern und parken unser Fahrzeug in der Nähe des „Casco Histórico“, der Altstadt.

 

Nur ein paar Schritte und schon stehen wir inmitten des Altstadtviertels von Agüimes, welches als das am besten erhaltene auf den kanarischen Inseln gilt und deshalb 1981 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Wir lassen uns nun bei einem gemütlichen Spaziergang durch die Gassen, mit den gepflegten, restaurierten historischen Häusern, inspirieren und entdecken dabei jede Menge sehenswerter Fotomotive.

 

Interessant sind, neben den typisch kanarischen Gebäuden, vor allem die vielen lebensgroßen Bronzestatuen, die im Altstadtviertel um die Kirche aufgestellt sind.  

 

Die meisten der Figuren nehmen Bezug auf die Zeit, als die gegenwärtige Stadt noch dörflichen Charakter hatte. Man sieht Bauern, Musikanten, Kamele, Esel und noch einiges mehr.

Als wir beim „Hotel Rural Casa de los Camellos“ vorbeikommen, treten wir ein und werfen einen Blick auf den wunderbaren Innenhof mit üppiger Bepflanzung und den geschnitzten Balkonen auf der Gallerie.


Auch dem „Centro municipal de la Mujer“ - dem Frauenzentrum - statten wir einen Besuch ab. Natürlich fragen wir höflich im Sekretariat, ob wir uns umsehen dürfen („¿Podemos echar un vistazo?“), woraufhin auch niemand etwas dagegen hat. Wir können uns nun in aller Ruhe im typischen Patio mit Springbrunnen und Pflanzen umsehen, und auch auf die Galerie im Obergeschoss dürfen wir hinaufgehen. Ein wirklich lohnenswerter Besuch!

DER GANZE STOLZ: IGLESIA DE SAN SEBASTIÁN


Unweigerlich gelangen wir bei unserem Rundgang auf den Hauptplatz „Plaza Nuestra Señora del Rosario“ mit der Kirche „San Sebastián“, die wir mit ihrem weißen Kuppeldach und den beiden Türmen schon von Weitem gesehen haben. Man muss wissen, dass diese Kirche der ganze Stolz von Agüimes ist. Mit dem Bau wurde 1796 begonnen und die Fertigstellung erfolgte erst 1981. Gut Ding braucht eben Weile.
Aufgrund der langen Bauzeit sind in dem Bauwerk Elemente des Barock, der Gotik und des Klassizismus vereint. Die Kirche ist täglich zur Besichtigung geöffnet.


Auf dem Platz vor der Kirche gibt es einige gemütliche Bars mit original kanarischer Innenausstattung, die dazu einladen, eine Erfrischung oder einen kleinen Happen zu sich zu nehmen.
Ebenfalls auf dem Hauptplatz befindet sich die im ganzen Umkreis bekannte Konditorei „La Tartería“, mit leckeren Süßspeisen und Torten aus eigener Produktion. Selbstverständlich lassen wir es uns nicht nehmen, einige Stückchen zu probieren und somit für etwas „Hüftgold“ zu sorgen.


RUTA DE TAPAS


Jeden Freitag von 13 bis 24 Uhr steht in Agüimes auch die „ruta de tapas“ auf dem Programm, was etwa mit „Strecke der Häppchen“ übersetzt werden kann. In etwa 20 Lokalen, die allerdings in der ganzen Stadt verteilt sind, wird eine Auswahl von tapas angeboten. Eine Vorspeise mit einem Glas Wein oder Bier schlägt bei dieser Aktion, durch die vermehrt Besucher in die Stadt gelockt werden sollen, mit 2,50 Euro zu Buche – also wirklich preiswert.
Zum Glück sind wir zur rechten Zeit gekommen und lassen es uns in einigen Bars gut schmecken. In vielen Lokalen gibt es abends auch Livemusik - in manchen volkstümlich kanarisch, in anderen moderner.

 

MUSEO DE HISTORIA


Auch dem Geschichts-Museum (Museo de Historia) in der Calle Juan Alvarado y Saz Nr. 42 statten wir einen Besuch ab. Es ist im Inneren eines restaurierten, kanarischen Gebäudes untergebracht, das früher der Sitz der kanarischen Bischöfe war. Daher ist es auch unter dem Namen „Palacio Episcopal“ (Bischofspalast) bekannt. In den gut ausgestatteten Ausstellungsräumen verschaffen wir uns einen durchaus empfehlenswerten, geschichtlichen Überblick der letzen fünfhundert Jahre von Agüimes.
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, 09:00 - 17:00 Uhr
Freier Eintritt

Gut gestärkt und um viele Eindrücke bereichert, machen wir uns anschließend auf die Heimreise in den Süden und hoffen, alle Interessierten zu einem Besuch des bezaubernden Agüimes angeregt zu haben.
   

 

BESUCHERZENTRUM GUAYADEQUE


Gleich an der Einfahrt in den Barranco de Guayadeque befindet sich ein Informationszentrum, das auf anschauliche und ansprechende Weise Wissenswertes rund um das Tal, die Fauna, die Flora, die archäologischen Funde sowie Details aus dem Leben der Ureinwohner zeigt. Zu sehen ist beispielsweise wie die Altkanarier Handwerksgegenstände erzeugten u.v.m. Sogar eine Mumie ist hier ausgestellt. Das Zentrum ist in einer Art nachgestelltem Höhlensystem angelegt. Zusätzliche Infoboxen geben Hintergrundinfos zu den verschiedenen Themen, je nach Ihrer Auswahl, in Deutsch, Englisch oder Spanisch. Ein Kunsthandwerksgeschäft bietet Souvenirs und kanarische Agrarerzeugnisse an.


Centro de Interpretación Guayadeque, Barranco de Guayadeque, Ingenio Öffnungszeiten: Di. bis Sa. von 9.00 bis 17.00 Uhr, So. von 10.00 bis 15.00 Uhr. Eintritt: 2,50 Euro (Residente 2 Euro).

 

Aus unserer Ausgabe Nr. 47

vom 20. Dezember 2013

 

AGÜIMES

 

 

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HISTORISCHES ALSTADTFLAIR

Bei dem Ausflug, den wir heute unternehmen, verlassen wir ein wenig die ausgetretenen Touristenpfade und machen uns auf, die historische Altstadt von Agüimes zu besuchen. Diese Besichtigung kann man auch sehr gut mit einer Fahrt in den Barranco de Guayadeque verbinden, liegt doch Agüimes auf der direkten Strecke dorthin. Das Städtchen Agüimes, das gleichzeitig Hauptstadt des gleichnamigen Gemeindegebietes ist, zählt im weiten Umkreis etwa 29.000 Einwohner und thront, eingebettet am Fuß einer Hügelkette, auf etwa 500 Metern Höhe.

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